Unbekanntes und Vergessenes

Immer wieder erreichen uns auf dieser Seite Nachrichten zu Daktyliotheken, die wir noch nicht kannten. Wir sind für diese Neuigkeiten sehr dankbar, erweitern sie doch unsere Kenntnisse oft auch in Bereichen, die für den Forscher nicht so leicht zu erschließen sind: Schulbestände etc.

In Bautzen entdeckte ein aufmerksamer Besucher der Jubiläumsausstellung (100 Jahre) des Museums die drei Bände (deutsch und Supplement) eines Lippert, die aus dem örtlichen Gymnasium stammen. Rektor Gedike hatte zwei Bände 1795 für die Schule geschenkt bekommen und verwendete die historische Abteilung im Unterricht der Prima (der obersten Klasse). Wann der dritte Band hinzu kam, ist mir bisher nicht bekannt.

Ein weiterer Lippert (nur ein Band erhalten) ist in Privatbesitz aufgetaucht. Über seine ältere Geschichte scheint nichts bekannt zu sein.

Auch das Ratsgymnasium in Bielefeld besaß eine Daktyliothek. Ein Kasten aus schönen Mahagoni-Holz blieb erhalten. Es handelt sich wohl um die Reinhardtschen Abdrücke der Stoschischen Sammlung im Besitz der Berliner Museen, die in den 1820er Jahren entstanden. Sie wurden vom preußischen Kultusminister auch für Schulen und Universitäten gedacht. Üblicherweise umfassen Sie mehrere Kästen mit jeweils 5 oder 6 Schubladen. Es könnte sich also in Bielefeld nur um einen Torso handeln, vielleicht aber auch um eine ‚reduzierte‘ Schulausgabe. Ob die dazu erschienene deutsche Übersetzung von Winckelmanns ursprünglich in Französisch verfasster Beschreibung in der offenbar reichen Bibliothek der Schule noch erhalten ist, ist mir noch nicht bekannt.