Pompejanische Bilder auf Gemmen

Kein direktes Thema für Daktyliothekenfreunde, aber eines, das meine Interessengebiete ‚Rezeption Pompejis‘ mit der Gemmenkunde verbindet:
Gabriella Tassinari, dem Daktyliothekenfreund wohlbekannt, hat 2015  in einer Publikationsreihe der  ‚Amici di Pompei‘ ein hübsches Büchlein in italienisch und englisch mit folgendem Titel publiziert :
Le pitture delle ‚Antichità di Ercolano‘ nelle gemme del XVIII e XIX secolo/ The paintings of the Antichità di Ercolano in 18th and 19th century Gem-Carving, Napoli 2015, 162 Seiten, 45 farbige Abbildungen.

(Ohne ISBN-Nr. Erhältlich über: Associazione Internazionale ‚Amici di Pompei‘, Piazza Esedra, 5, Pompei (www.amicidipompei.com).

Sie sammelt darin (natürlich) neuzeitliche Gemmen, die pompejanische Motive in Stein geschnitten zeigen. Im Titel ist  bereits der Übertragungsweg angedeutet. Die Steinschneider griffen auf Abbildungen der offiziellen Grabungspublikation zurück, der Antichità di Ercolano, oder davon ‚abgekupferter‘ Editionen, wie sie in verschiedenen Sprachen erschienen.
Letztlich ist das Repertoire erstaunlich klein: die schwebenden Figuren und Kentauren aus der Villa di Cicerone; ‚Wer kauft Liebesgötter‘ und zwei, drei andere erotische Themen,  schließlich nur ein mythologisches Bild: Theseus mit dem toten Minotaurus aus der Basilica in Herculaneum. Wie stets bei Tassinari wird das ganze äußerst sorgfältig und kenntnisreich behandelt und man erfährt viel über Gemmenschneider wie Giovanni Pichler, Alessandro Cades, Edward Burch, Charles und William Brown etc.