Lippert’sche Daktyliothek aus dem Besitz des Meininger Herzogs Anton Ulrich (1687-1763)

Ralf Schmidt aus Suhl informiert mich vorab über neue Erkenntnisse zum Verbleib einer Daktyliothek aus dem Besitz des Meininger Herzogs Anton Ulrich (1687-1763). Gern komme ich seiner Anregung nach, diese neuen Wissensstand hier kurz zu referieren.

Herzog Anton Ulrich, ein begeisterte Sammler wertvoller Steinproben muss auch die ersten beiden Lieferungen der Lippert’schen Daktyliothek in ihrer lateinischen Fassung aus den Jahren 1755 und 1756 besessen haben. Sie waren offenbar in den von Lippert/Christ im Vorwort zum lateinischen Text (1755) erwähnten scrinia aufbewahrt, die billiger als die beliebteren codices zu erwerben waren (50 statt 65 Thaler). Im späten 19. Jh., als man zufällig auf die lange vergessene Sammlung stieß, wurden für sie eigens gläserne Schaukästen im Rokoko-Stil angefertig und an den Wänden im Schloss Elisabethenburg in Meiningen aufgehängt, wo sie sich noch heute befinden und jüngst gereinigt und restauriert wurden. Dank intensiver Archivstudien und Vergleiche mit anderen Sammlungen konnte R. Schmidt die Geschichte dieser reizvollen Sammlung eines „Steinsammlers“ vollständig rekonstruieren. Leider ist der lateinische Text mitsamt der gesamten Bibliothek als Kriegsschaden verloren gegangen.

Der Aufsatz wird in einem Sammelband zu einem Anton-Ulrich-Kolloquium 2013 wohl 2014 erscheinen.

Herr Schmidt konnte offenbar auch das jüngst erwähnte Exemplar im Schlossmuseum  Gotha sehen, bei dem es sich gleichfalls um die lateinische Edition von 1755, 1756 und 1762 handelt.