Lippert in Polen

Frau Zwierlein-Diehl verdanke ich den Hinweis auf und die Kopie von einem Aufsatz, der in der Gedenkschrift für Thomasz Mikocki erschienen ist.

Adam Łajtar, Tomasz Płóciennik und Jacques van der Vliet, A squeeze of a magical gem in the dactyliotheca of Philipp Daniel Lippert (on the basis of a copy kept in the collection of the Nieborów palace), in: Witold Dobrowolski (Hrsg.), Et in Arcadia Ego. Studia memoriae professoris Thomae Mikocki dicata, Warschau 2013, 371-380, Taf. 134-6.

Die Autoren besprechen eine magische Gemme, die nur als Abdruck im mythologischen Tausend der deutschen Ausgabe von Lippert erhalten blieb. Sie befand sich damals im Besitz des polnischen Adligen August Moszýnski (1731-1786), der auch in Italien gereist war. Dabei stellen sie auch kurz die beiden Lippert-Daktyliotheken vor, die  in Polen bekannt sind. Das Exemplar im Schloss von Nieborów (mit dem Park ‚Arkadia‘!) wurde von Marcin Mikołaj Radziwiłł (1705-1782) erworben und umfasst die deutschen Bände und den Supplementband von 1776. (Abbildung Taf. 134f.). Der zweite Lippert stammt aus dem Besitz des letzten polnischen Königs Stanisław August und befindet sich im königlichen Schloss in Warschau. Es scheint sich um die gleiche Edition zu handeln. Dank der Jahrzehnte enger Beziehungen zwischen Polen und Sachsen war der Kontakt mit Lippert wohl relativ einfach, hin wie her: Lippert muss ja auch einen Abdruck des ‚polnischen‘ Steins besessen haben.

Den Autoren ist es gelungen mit einem ‚polnischen‘ wie rezeptionsgeschichtlichen Beitrag des früh verstorbenen Mikocki (1954-2007) angemessen zu gedenken. Neben seinen archäologischen Forschungen hatte sich Mikocki in zahlreichen Publikationen um die Erforschung der polnischen Antikenrezeption vor allem im 18. Jh. sehr verdient gemacht.