Leipzig im Focus

Hoffmann und Rost: Der Schreiner und der Händler

Herr Rüdiger Schmidt aus Dresden macht mich  auf eine Ausstellung im Grassi-Museum in Leipzig aufmerksam, die dem Tischler F.G. Hoffmann gewidmet und noch bis zum 12. April zu sehen ist.  Vornehmste Tischlerarbeiten aus Leipzig – F. G. Hoffmann – Hoftischler und Unternehmer. Für Nachlebenfreunde ist die Ausstellung deshalb interessant, weil Hoffmann mit dem Kunsthändler Christian Heinrich Rost (Leipzig) am Ende des 18. Jahrhunderts zusammen arbeitete. Rost vertrieb u.a. Gipsabgüsse antiker Statuen, Korkmodelle und Daktyliotheken. Mehrere, z.T. bebilderte Auflagen eines Verkaufskatalogs sind bekannt. Hoffmann arbeitete auch kostbare Schränke für Gemmen und Abgüsse, die in einer Abteilung der Ausstellung zu sehen sind, die der Zusammenarbeit mit dem Kunsthändler veranschaulicht.

http://www.grassimuseum.de/ausstellungen/blog-spezial/detail/artikel/2015/02/27/der-kunsthaendler-carl-christian-heinrich-rost-1742-1798.html

Rost ist übrigens auch einer der Protagonisten in dem 2014 erschienen Werk von Charlotte Schreiter: Antike um jeden Preis (bei De Gruyter).

Gemmensammlung des Rates der Stadt Leipzig

Im Antikenmuseum der Universität Leipzig (in der Alten Nikolaischule) wird außerdem ab dem 30. April ein Ausstellungsprojekt zu sehen sein, dass dort unter studentischer Beteiligung – wie üblich in diesem kleinen aber feinen Museum – unter dem Titel: Edle Steine – Lehrreiche Schätze einer Bürgerstadt zeigt.

http://www.uni-leipzig.de/antik/index.php?id=605

Wer das Grassi-Museum besucht hat, wird das kostbare Schränkchen bemerkt haben, in dem im 18. Jh. vom Rat der Stadt Leipzig erworben und in einem kostbaren hölzernen Kabinett-Schränkchen aufbewahrt wurden. „Über die Präsentation bisher kaum gezeigten Materiales hinaus soll am Beispiel der Gemmen des GRASSI Museum zugleich der Anteil von Gemmen an der Bedeutung von Antike im 18. und 19. Jahrhundert dokumentiert werden. Um ihre Wahrnehmung, Rezeption und Erforschung im Kontext eines Umfeldes einer kunstsinnigen Bürgerschaft differenziert beurteilen zu können, erfolgt die Präsentation der Gemmen im Kontext weiterer zeitgenössischer Aneignungsformen der Gattung in Form von Stichwerken und Daktyliotheken.“ (so das Museum auf seiner Web-Seite).

Museum und Klassische Archäologie zeigen in dieser Ausstellung erneut, welche Bedeutung die Antike im Bewusstsein des Rates und der Bürgerschaft Leipzig hatte – ein weiteres Argument im Streit um die Bewahrung des Faches an der Universität.