Die kurfürstliche Schenkung von 1780

Im Nachruf auf Lippert in der Neuen Bibliothek der schönen Wissenschaften und freyen Künste wird 1786, S. 33 erwähnt, dass Kurfürst Friedrich August von Sachsen zur Beförderung des guten Geschmacks Exemplare der deutschen Lippert-Edition gekauft und an die Universitäten Leipzig und Wittenberg, sowie an die ‚Land-Schulen‘ Meißen, Grimma und Pforta verschenkt habe. Justi, Winckelmann, Bd. I, 399 datiert diese Schenkung auf 1788 – wohl ein Druckfehler. Mir liegt nun die Korrespondenz zur Schenkung nach Pforta vor, die so auch für die anderen Orte ausgesehen haben muss. In einem Schreiben des Ober-Consistorial-Präsidenten Friedrich Gottlob von Berlepsch (1721-1791) vom Januar 1780 läßt der Kurfürst wissen, dass er fünf Lipperts (wohl dreibändig!) erworben (Gehäuse und die dazu gehörigen Bücher) habe und als Gnadengeschenk an die genannten Institutionen versandt. Kästen und Bücher sollten in die jeweiligen Kataloge und Inventare eingetragen und zu gemein nützigem Gebrauch in die Land-Schul-Bibliothek gebracht werden. Der ‚Ballen‘ traf am 24.1. richtig und unversehrt in Pforta ein.


Das Reskript vom 31.1. 1780 wiederholt – wie üblich – leider nur weitgehend die Anweisungen als erledigt und sagt nichts konkreteres zur Nutzung aus. Das Geschenk wird pauschal als der Land-Schule Pforta sehr nützliches und an sich kostbares… ganz unschäzbares Gnadengeschenk bezeichnet. Schade.

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